Gemüsegarten im Juni – üppiges Wachstum und erste Ernte

Gartenkalender Juni – Hochsaison im Gemüsebeet

Gartenkalender Juni: Was jetzt zu tun ist

Der Juni im Gartenkalender macht keine Pause. Der Gemüsegarten wächst, und wer nicht täglich schaut, verliert die Kontrolle. Kohlrabi, der einen Tag zu lang im Beet bleibt, wird holzig. Radieschen, die man übersieht, schießen durch. Zucchini wachsen über Nacht zu Riesenfrüchten.

Dranbleiben. Täglich rausgehen. Das ist der Juni.

Gestaffelte Nachsaaten: Der Schlüssel zur langen Ernte

Einen Fehler, den ich in Jahrzehnten immer wieder gesehen habe: Man sät alles auf einmal. Dann hat man zwei Wochen lang zu viel Salat, und danach keinen mehr. Staffeln Sie die Aussaat. Alle zwei bis drei Wochen eine halbe Reihe nachsäen, das gibt eine gleichmäßige Versorgung bis in den Herbst.

Was sich im Juni gut für Nachsaaten eignet:

  • Salate, Pflücksalat, Lollo Rosso, Batavia: alle zwei Wochen eine halbe Reihe neu säen.
  • Radieschen, Der perfekte Lückenfüller zwischen anderen Kulturen, reif nach vier bis fünf Wochen.
  • Möhren, Letzte Möglichkeit für eine sommerliche Ernte. Direktsaat bis Ende Juni.
  • Buschbohnen, Noch bis Anfang Juli möglich.
  • Dill und Koriander, Schossen rasch, daher monatliche Nachsaat lohnt sich.
  • Rucola, Wächst jetzt sehr schnell. Aber der Blattkäfer kommt auch.
Frisch gepflückte Erdbeeren im Korb
Die Erdbeerernte ist einer der Höhepunkte im Juni-Garten.

Ernte im Juni: Was jetzt reif ist

Der Juni bringt die erste große Erntewelle:

GemüseHinweis
ErbsenTäglich kontrollieren, Hülsen schnell überreif
MöhrenFrühe Sorten ab Mitte Juni erntereif
KohlrabiNicht zu lange wachsen lassen, wird holzig
RadieschenTäglich prüfen, schießt schnell
SalateVor der Mittagshitze ernten
KnoblauchEnde Juni, wenn Blätter vergilben
ZwiebelnFrühzwiebeln aus April-Pflanzung

Zucchini, der Dauerläufer: Ab Ende Juni kommen die ersten Früchte. Täglich ernten. Eine einzige übersehene Zucchini, die zum Riesenkürbis wird, bremst die gesamte weitere Fruchtbildung. Das passiert schneller als man denkt.

Düngung im Juni: Starkzehrer brauchen Nachschub

Tomaten, Kürbis, Zucchini, Kohl und Sellerie brauchen jetzt gezielte Nährstoffversorgung. Der Boden gibt nur das, was vorher hineingekommen ist.

  • Tomaten: Ab dem Erscheinen der ersten Blütentrauben alle 10 bis 14 Tage mit kaliumbetontem Dünger versorgen, zum Beispiel Tomatendünger oder verdünnte Brennnesseljauche.
  • Gurken und Zucchini: Alle zwei Wochen mit reifem Komposttee oder organischem Volldünger.
  • Kohl (Rotkohl, Weißkohl, Brokkoli): Stickstoffbetonter Dünger fördert das Blattwachstum.
  • Schwachzehrer wie Bohnen, Kräuter, Radieschen: Kein zusätzlicher Dünger nötig.

Brennnesseljauche selber machen: 1 Kilogramm frische Brennnesseln in 10 Liter Wasser einweichen, zwei Wochen stehen lassen, täglich umrühren. Fertige Jauche 1:10 verdünnen und als Gießwasser verwenden. Es riecht unangenehm. Aber es wirkt.

Schädlingskontrolle: Was im Juni lauert

Mit den Temperaturen steigen auch die Schädlingspopulationen.

Blattläuse: Besonders an Bohnen, Tomaten und Kohl. Starken Befall mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen oder mit Schmierseifenlösung behandeln. Marienkäfer und ihre Larven sind die besten Helfer, fördern Sie sie, indem Sie auf chemische Mittel verzichten.

Kohlweißlingsraupen: Schmetterlingseier auf Kohlpflanzen früh absammeln. Oder von Anfang an Kulturschutznetze einsetzen. Wer einmal erlebt hat, wie Raupen einen Blumenkohlkopf binnen Tagen skelettieren, kauft danach sofort Netze.

Spinnmilben: Bei Trockenheit an Gurken und Bohnen. Regelmäßiges Besprühen der Blattunterseiten mit Wasser hilft. Befallene Triebe sofort entfernen.

Schnecken: Besonders nach Regen. Abends kontrollieren und absammeln oder Schneckenkorn auf Eisenphosphat-Basis ausbringen.

Tomaten ausgeizen, die Pflicht im Juni

Tomaten bilden ständig neue Seitentriebe in den Blattachseln. Diese Geiztriebe nehmen der Pflanze Kraft, die in die Früchte gehen sollte. Einmal pro Woche alle Seitentriebe herausbrechen oder mit einem scharfen Messer entfernen.

Schnitttomaten, also Cherries und Cocktailtomaten, können etwas buschiger wachsen. Bei Rispentomaten und großfrüchtigen Sorten konsequent auf einen Haupttrieb erziehen. Wer das nicht macht, bekommt viele Blätter und wenig Frucht.

Wassermanagement im Hochsommer

Im Juni steigt der Wasserbedarf erheblich. Gegossen wird morgens oder abends, nie mittags, wenn das Wasser sofort verdunstet und die Tropfen auf den Blättern wie Brenngläser wirken.

Tiefes, seltenes Gießen ist besser als tägliches, oberflächliches Wässern. Die Wurzeln wachsen dorthin, wo das Wasser ist. Wer täglich nur die Oberfläche befeuchtet, erzieht flache Wurzeln, und flach verwurzelte Pflanzen leiden als erste bei Hitze.

Mulch reduziert den Wasserbedarf erheblich. Regenwassertanks jetzt befüllen: Leitungswasser enthält Kalk und ist teuer. Tröpfchenbewässerung lohnt sich bei großen Beeten, sie spart Zeit und Wasser.

Häufige Fragen zum Juni-Garten

Meine Tomaten blühen, setzen aber keine Früchte an. Was ist falsch? Bei Temperaturen über 35 Grad oder unter 12 Grad sowie bei hoher Luftfeuchtigkeit schlägt die Blüte fehl. Helfen kann leichtes Schütteln der Blütenstände, um die Bestäubung zu fördern. Außerdem auf ausreichende Kaliumversorgung achten, Kaliummangel hemmt den Fruchtansatz.

Warum schießen meine Salate schon im Juni? Salate schießen, wenn sie Stress haben: Hitze, Wassermangel oder zu lange Tage. Wählen Sie hitzetolerante Sorten wie Batavia, gießen Sie regelmäßig und bauen Sie Salat im Teilschatten an. Immer vor dem Mittag ernten.

Kann ich freigewordene Beete nach der Ernte sofort neu besäen? Ja, aber eine kurze Pause und Zwischendüngung empfehlen sich. Arbeiten Sie etwas reifen Kompost ein und lassen Sie den Boden ein bis zwei Wochen ruhen, bevor die Nachkultur kommt. Das verbessert die Keimbedingungen und unterbricht Schädlingszyklen.