Gemüsegarten im August – Ernte und Einmachen für den Winter

Gartenkalender August – Ernten, Einmachen, Nachsäen

Gartenkalender August: Was jetzt zu tun ist

Der August im Gartenkalender gehört der Ernte. Meine Mutter hat jeden August in der Küche gestanden und Tomaten eingekocht. Der ganze Keller roch danach bis in den Oktober. Das war keine Romantik, das war Vernunft. Wer im August die Ernte nicht haltbar macht, schaut im Februar leere Regale an.

Drei Aufgaben bestimmen den August: ernten, einmachen und für den Herbst nachsäen.

Was im August geerntet wird

Die Erntemenge erreicht im August ihren Jahreshöchststand. Täglich rausgehen und kontrollieren.

Gemüse für die direkte Küche:

  • Tomaten aller Sorten, jetzt auf dem Höhepunkt des Aromas.
  • Zucchini und Sommerkürbis, täglich ernten, ohne Ausnahme.
  • Gurken, laufende Ernte.
  • Paprika und Spitzpaprika, ab jetzt erntereif, auch wenn noch grün.
  • Auberginen, glänzende Schale zeigt Reife an. Matt und schrumpelig bedeutet: zu spät geerntet.
  • Mais, Milchreife testen: ein Korn aufstechen, tritt milchige Flüssigkeit aus, ist er reif.
  • Fenchel, Knollen vor dem Schossen ernten.

Ernte für Lagerung und Einmachen:

  • Zwiebeln, vollständig abgereiftes Kraut abwarten, dann aus dem Boden ziehen und zwei bis drei Wochen trocknen lassen.
  • Knoblauch, falls nicht schon im Juli geerntet.
  • Lagerkartoffeln (späte Sorten), wenn das Kraut vollständig abgestorben ist.
  • Buschbohnen und Stangenbohnen, für Einmachen und Einfrieren.
Beschriftete Einmachgläser mit getrockneten Kräutern und Samen
Im August beginnt die Saatgutgewinnung und Vorratshaltung für das nächste Jahr.

Einmachen: Der Sommer im Glas

Wenn die Ernte mehr wird, als man frisch verwerten kann, ist Einmachen die richtige Antwort. Ein gut gefüllter Vorratsschrank aus dem eigenen Garten ist ein gutes Gefühl, das sich den ganzen Winter hält.

Bewährte Methoden:

Einkochen (Tomaten): Tomaten kurz blanchieren, häuten, in sterile Gläser füllen, bei 100 Grad einkochen. Über ein Jahr haltbar. Tomatensauce, passierte Tomaten oder Ketchup, alles möglich. In meiner Gärtnerei haben wir gute Jahre gehabt, in denen wir 80 Gläser im Keller stehen hatten.

Einfrieren (Bohnen, Zucchini): Bohnen blanchieren, 3 Minuten, dann in Eiswasser abschrecken, und portionsweise einfrieren. Zucchini roh raspeln und portionsweise einfrieren, ideal für Zucchinibrote und Suppen im Winter.

Fermentieren (Gurken, Kohl): Saure Gurken in Salzlake, Sauerkraut, Kimchi, Fermentation ist einfach, sicher und erzeugt nützliche Inhaltsstoffe. Kein Erhitzen nötig.

Trocknen (Kräuter, Paprika): Kräuter in Büscheln aufhängen oder im Dörrgerät trocknen. Paprika in Ringe schneiden und trocknen, das Aroma konzentriert sich und wird intensiver als bei frischer Paprika.

Einlegen in Öl oder Essig (Paprika, Peperoni): Sterile Gläser verwenden, vollständig mit Flüssigkeit bedecken. Luft im Glas ist Schimmelrisiko.

Nachsaaten für den Herbst

Der August ist die letzte Chance für viele Nachsaaten. Was jetzt gesät wird, erntet man im Oktober und November.

Noch direkt säen:

  • Feldsalat, Schnelle Aussaat, Ernte von Oktober bis März möglich. Einer der robustesten Salate, die es gibt.
  • Spinat, Letzte Möglichkeit bis Mitte August für eine Herbsternte.
  • Asiasalate, Mizuna, Pak Choi, Tatsoi: schnelle Entwicklung, gut frostverträglich.
  • Winterrettich und Daikon, Jetzt säen für die Herbsternte.
  • Schnittsalat, Noch bis Ende August möglich.

Ins Beet pflanzen:

  • Feldsalat-Jungpflanzen, Falls vorgezogen.
  • Endiviensalat, Jungpflanzen einsetzen.
  • Grünkohl, Noch bis Mitte August pflanzen. Grünkohl wird durch Frost sogar besser.

Wasserversorgung und Pflege im August

Gleichmäßig gießen: Gerade bei Tomaten ist unregelmäßige Bewässerung die Hauptursache für Blütenendfäule und aufplatzende Früchte. Mulch auftragen und in festen Abständen gründlich wässern, nicht täglich ein bisschen, sondern zweimal die Woche richtig.

Kranke Pflanzen aufräumen: Wenn Tomatenpflanzen stark von Krautfäule befallen sind und kaum noch gesunde Blätter haben, lohnt es sich nicht mehr, sie zu retten. Pflanze entfernen, restliche Früchte grün ernten, sie reifen bei Zimmertemperatur nach.

Stickstoff absetzen: Ab August bekommen Starkzehrer keinen stickstoffbetonten Dünger mehr. Zu viel Stickstoff im Spätsommer fördert weiches Gewebe, das frostempfindlich ist und schlecht lagert. Kalium statt Stickstoff ist jetzt die Devise.

Saatgutgewinnung: Für die nächste Saison planen

August ist ein guter Monat, um Saatgut selbst zu gewinnen, aber nur von samenfesten Sorten, niemals von F1-Hybriden. Hybriden geben ihre Eigenschaften nicht weiter.

Einfach selbst zu gewinnen:

  • Tomaten: Reife Früchte aufschneiden, Samen mit dem Fruchtfleisch in ein Glas Wasser geben, drei Tage stehen lassen. Die Gallerthülle fermentiert weg. Dann waschen und trocknen.
  • Bohnen und Erbsen: Hülsen an der Pflanze vollständig austrocknen lassen, dann Samen entnehmen.
  • Zucchini und Kürbis: Überreife Früchte aufschneiden, Samen entnehmen, waschen und bei Raumtemperatur trocknen.
  • Paprika: Reife Früchte öffnen, Samen entnehmen und trocknen.

Saatgut bei 4 bis 8 Grad, dunkel und trocken lagern. Tomaten halten drei bis fünf Jahre, Bohnen vier bis sechs Jahre.

Freie Beete: Gründüngung statt Brache

Beete, die nach der Ernte frei bleiben und nicht für Herbstkulturen genutzt werden, dürfen nicht offen stehen. Offene Erde verliert Nährstoffe, trocknet aus und wird von Unkraut besiedelt. Die Lösung ist Gründüngung.

Geeignete Gründüngungspflanzen für August:

  • Phacelia, Schnellwüchsig, nicht winterhart. Sie friert ab und kann im Frühjahr untergearbeitet werden.
  • Senf, Sehr schnell, unterdrückt Nematoden. Vorsicht: kein Kreuzblütler im Vorjahr auf dieser Fläche.
  • Buchweizen, Lockert den Boden mit seinen Wurzeln, frostempfindlich.
  • Winterwicke und Roggen, Winterhart, für längere Ruhephasen geeignet.

Gründüngung verbessert die Bodenstruktur, verhindert Unkrautwachstum und liefert Stickstoff fürs nächste Jahr. Wer einmal damit angefangen hat, lässt kein Beet mehr leer stehen.

Häufige Fragen zum August-Garten

Meine Tomaten platzen immer auf. Was kann ich tun? Aufplatzende Tomaten entstehen fast immer durch ungleichmäßige Bewässerung. Nach langer Trockenheit saugen die Früchte bei Regen oder starkem Gießen so viel Wasser auf, dass die Schale reißt. Mulchschicht auftragen, regelmäßig und gleichmäßig gießen, reife Früchte sofort ernten.

Wie lange halten geerntete Zwiebeln? Richtig gelagerte Zwiebeln halten sechs bis zehn Monate. Voraussetzung: vollständig abgetrocknet, mindestens zwei bis drei Wochen in der Sonne oder im trockenen Luftzug, und dann bei 5 bis 15 Grad, dunkel und trocken gelagert. Feuchtigkeit ist der größte Feind.

Kann ich Paprika auch grün ernten? Ja. Paprika, die noch grün geerntet wird, reift bei Zimmertemperatur problemlos nach. Am Saisonende, wenn Frost droht, alle Früchte grün ernten und in der Küche nachreifen lassen. Das Aroma ist etwas anders als bei vollständig ausgereiften Früchten, aber durchaus gut.